Gender Trouble
Drei Stummfilme aus den 1910er Jahren über Menschen, die sich den ihnen zugewiesenen Geschlechtsrollen widersetzen - durch das Essen von Samen, das Anziehen einer Hose oder einfach durch die Weigerung, sich wie erwartet zu verhalten. Zusammengestellt von Filmemacher und Kulturorganisator Antony Voronov, einem russischen nicht-binären Flüchtling aus einem Land, in dem diese Filme inzwischen unter das Extremismusgesetz fallen.
Algie the Miner - Alice Guy-Blaché, Harry Schenck & Edward Warren, 1912, USA, 10 Minuten, Stummfilm mit englischen Zwischentiteln
Algie wird vom Vater seiner Geliebten für zu weich befunden und in den Westen geschickt, um ein echter Mann zu werden. Er kommt in einem Bergwerk an - mit einer winzigen Pistole und viel Zärtlichkeit - und entwickelt eine Zuneigung zu einem rauen Bergarbeiter. Der Film behandelt diese Beziehung mit mehr Zartheit als Spott.
The Florida Enchantment - Sidney Drew, 1914, USA, 63 Minuten, Stummfilm mit englischen Zwischentiteln
Lillian findet eine Schachtel Samen eines afrikanischen Baumes, die das Geschlecht desjenigen verändern, der sie schluckt. Sie nimmt einen, bekommt einen Schnurrbart, beginnt Frauen zu umwerben und gibt einen Samen ihrer Magd. Eine Komödie aus einem Jahrzehnt vor Hormonen, die erforscht, was ein Körper tun könnte, wenn er gewählt werden könnte.
Ich möchte kein Mann sein (I Don't Want to Be a Man) - Ernst Lubitsch, 1918, Deutschland, 45 Minuten, Stummfilm mit deutschen Zwischentiteln und englischen Untertiteln
Ossi ist es leid zu hören, wie sich eine junge Frau verhalten soll, lässt sich einen Anzug schneidern und zieht als Mann in Berlin ein. Sie landet betrunken in einem Nachtclub neben ihrem eigenen Vormund, der sie nicht erkennt und sie trotzdem küsst.











