"Signac. Symphony of Colours" - Kurator Joris Westerink über die Signac-Ausstellung in der Kunsthal
Van Cappellenhuis, Capelle aan den IJssel
Ab Samstag, 24. Oktober, zeigt die Kunsthal Rotterdam eine große Retrospektive des französischen Malers Paul Signac (1863-1935). Kunsthal-Kurator Joris Westerink besucht das Van Cappellenhuis, um über den Künstler, sein Werk und die Entstehung von "Signac. Symphony of Colours" zu sprechen.
Signac war Maler, Theoretiker, Netzwerker und die treibende Kraft hinter dem Neoimpressionismus. Die Ausstellung zeigt über neunzig Werke von ihm und seinen Zeitgenossen. In seinem Vortrag zeichnet Westerink Signacs Entwicklung anhand von Hafenszenen, Landschaften und Porträts nach und zeigt, wie Signac auch als Schriftsteller, Sammler und Mentor eine Schlüsselrolle bei der internationalen Verbreitung der Bewegung spielte.
Im Zentrum des Neoimpressionismus steht die Technik des Pointillismus: Maler mischen Farben nicht, sondern setzen sie in Punkten und Tupfern nebeneinander, so dass das Auge sie optisch mischt. Komplementärfarben - Orange neben Blau, Rot neben Grün - verstärken sich gegenseitig und verleihen dem Werk einen hellen, vibierenden Effekt. Signac wandte diesen Stil auf Porträts, Landschaften und Seestücke an; als leidenschaftlicher Segler erkundete er europäische Küsten per Boot, von der Normandie und der Bretagne bis zu niederländischen und belgischen Häfen und dem mediterranen Süden.
Die Kunsthal-Ausstellung zeigt auch Werke von Zeitgenossen, die er beeinflusste, darunter die Belgier Alfred William Finch, Henry van de Velde und Théo van Rysselberghe, sowie weibliche Neoimpressionisten wie Anna Boch, Lucie Cousturier und Jeanne Selmersheim-Desgrange, deren Rolle in der Bewegung lange übersehen wurde.











