Weapons - Firma Mes
Cultuurpodium Groene Engel, Oss
Die Niederlande sind der fünftgrößte Waffenexporteur der Welt. Während Genozid, Krieg und Klimakrise die Nachrichten dominieren, läuft unsere Wirtschaft einfach weiter. Wie rein ist unser Gewissen, wenn sich moralische Grenzen immer weiter verschieben - oder wenn man seinen eigenen Anteil am System nicht länger ignorieren kann?
Wapens folgt Raya und Iris, einem jungen Paar, das sein erstes Kind erwartet. Sie machen die Rechnung, die viele junge Paare machen: Einer von ihnen muss mehr verdienen. Raya verdient mehr, besonders mit einer Beförderung in einem schnell wachsenden Sektor: der Rüstungsindustrie. Iris, Grundschullehrerin, glaubt an Aufbau, nicht an Kampf. Bei Geburtstagsfeiern erklären sie, dass Raya für einen guten Zweck arbeitet - sie setzt sich für niederländische Waffenverträge ein und sieht Waffen als notwendiges Mittel zur Friedenssicherung, vorausgesetzt sie sind in den richtigen Händen.
Je mehr Verantwortung Raya übernimmt und je größere Besprechungen sie besucht, desto mehr bemerkt sie, wie ihre moralische Sprache genutzt wird, um fragwürdige Deals zu verkaufen. Zu Hause wächst das Unbehagen: Iris sieht ihre Partnerin sich verändern und fühlt sich ausgeschlossen. Was als gemeinsame Entscheidung begann, wird zur Belastung.
Auf Basis aktueller journalistischer Recherche beleuchtet die Inszenierung die niederländische Rüstungsindustrie: die Mechanismen politischer Beeinflussung und wirtschaftlicher Rechtfertigung, aber auch wie Sprache, Ideale und Loyalität sich verschieben können. Eine Inszenierung über Liebe, Macht, Heuchelei und moralisches Rauschen.
Text: Nic Bruckman | Regie: Thomas Schoots | Spiel: Nadia Amin und Roos Eijmers | Koproduktion mit Bruckman Projecten











